Bibliodrama mit Lothar Adenauer

Wir erschließen uns an diesem Abend uns einen neuen Zugang zum Bibelverständnis: Bibliodrama hat in kirchlichen Kreisen Hochkonjunktur und Lothar Adenauer ist ein anerkannter Fachmann für diesen Umgang mit biblischen Texten. Dies hat er bei unserem ersten Bibliodrama am 16. Oktober 2002 in der KHG unter Beweis gestellt. Die Geschichte vom Tanz um das Goldene Kalb (Text und Bild siehe unten) mit dem Mose, der zwischen Gott und den Menschen hin und her geworfen ist, ist allen, die dabei waren, in lebendiger Erinnerung. Beim zweiten Bibliodrama am 26. März 2003 (wiederum 19 Uhr in der KHG) ging es um Jakob, der mit dem Engel Gottes einen Ringkampf ausficht (Text und Bild siehe unten) und dabei ein Leiden behalten wird.

Am 21. Januar 2004 schließlich werden wir mit der Geschichte arbeiten, bei der Elija am Berg Horeb Gott begegnet (Text und Bild siehe unten).

Link zum Thema: Bibliodrama.de

Die ganze Welt ist Bühne
und alle Fraun und Männer bloße Spieler.
Sie treten auf und gehen wieder ab,
sein Leben lang spielt einer manche Rollen
durch sieben Akte hin.

William Shakespeare


Ernst Alt, Mose und Aaron Folgender Text lag unserer ersten "Dramatisierung" zugrunde:

Das Goldene Stierbild

Und es sprach Jahwe zu Mose: Steig zu mir auf den Berg und bleibe dort. Ich will dir Tafeln aus Stein geben, die ich geschrieben habe. Und Mose stieg auf den Berg und blieb auf dem Berg vierzig Nächte.
Nachdem Jahwe zu Mose auf dem Berg Sinai alles gesagt hatte, übergab er ihm die beiden Tafeln der Bundesurkunde, steinerne Tafeln, auf die der Finger Gottes geschrieben hatte.

Als das Volk sah, dass Mose noch immer nicht vom Berg herabkam, versammelte es sich um Aaron und sagte zu ihm: Komm, mach uns Götter, die vor uns herziehen. Denn dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägypten heraufgeführt hat - wir wissen nicht, was mit ihm geschehen ist. Aaron antwortete: Nehmt euren Frauen, Söhnen und Töchtern die goldenen Ringe ab, die sie an den Ohren tragen, und bringt sie her! Da nahm das ganze Volk die goldenen Ohrringe ab und brachte sie zu Aaron. Er nahm sie von ihnen entgegen, zeichnete mit einem Griffel eine Skizze und goss danach eine Stierfigur. Da sagten sie: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben. Ale Aaron das sah, baute er vor dem Stier einen Altar und rief aus: Morgen ist ein Fest zu Ehren Jahwes. Am folgenden Morgen standen sie zeitig auf, brachten Brandopfer dar und führten die Tiere für das Heilsopfer herbei. Das Volk setzte sich zum Essen und Trinken und stand auf, um sich zu vergnügen.

Da sprach Jahwe zu Mose: Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft ins Verderben. Weiter sprach Jahwe zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es. Jetzt lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen. Da versuchte Mose, Jahwe, seinen Gott zu besänftigen. Lass ab von deinem glühenden Zorn, und lass dich das Böse reuen, das du deinem Volk antun wolltest. Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk angedroht hatte.

Als Mose dem Lager näger kam und den Stier und den Tanz sah, entbrannte sein Zorn. Er schleuderte die Tafeln fort und zerschmetterte sie am Fuß des Berges. Dann packte er den Stier, den sie gemacht hatten, verbrannte ihn im Feuer und zerstampfte ihn zu Staub. Den Staub streute er in Wasser und gab es den Israeliten zu trinken.

Am folgenden Morgen sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde begangen. Jetzt will ich zu Jahwe hinaufsteigen; vielleicht kann ich für eure Sünden Sühne erwirken. Mose kehrte zu Jahwe zurück und sagte: Ach, dieses Volk hat eine große Sünde begangen. Götter aus Gold haben sie gemacht. Doch jetzt nimm ihre Sünde von ihnen! Jahwe antwortete Mose: Jetzt geh, führe das Volk, wohin ich dir gesagt habe. Mein Engel wird vor dir hergehen.

Ex 24,12.15.18; 31,18; 32,1-7.9-11a,12c,14,19-20,30-32a,33a,34a
(Für die freundliche Abdruckerlaubnis seiner Worte danken wir Gott ausdrücklich.)


Walter Habdank, Jakobs Kampf mit Gott (Holzschnitt)
Jakob
Nelly Sachs

O ISRAEL,
Erstling im Morgengrauenkampf
wo alle Geburt mit Blut
auf der Dämmerung geschrieben steht.
O das spitze Messer des Hahnenschreis
der Menschheit ins Herz gestochen,
o die Wunde zwischen Nacht und Tag
die unser Wohnort ist!

Vorkämpfer,
im kreißenden Fleisch der Gestirne
in der Nachtwachentrauer
daraus ein Vogellied weint.

O Israel,
du einmal zur Seligkeit endlich Entbundener -
des Morgentaus tröpfelnde Gnade
auf deinem Haupt -

Seliger für uns,
die in Vergessenheit Verkauften,
ächzend im Treibeis
von Tod und Auferstehung
und vom schweren Engel über uns
zu Gott verrenkt
wie du!

Folgender Text liegt unserer "Dramatisierung" beim zweiten Bibliodrama zugrunde:

Jakobs Kampf mit Gott und seine Versöhnung mit Esau

In jener Nacht stand er auf. Er nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde und seine elf Kinder und überschritt die Furt des Jabbok. Er nahm sie, brachte sie über den Fluß und brachte all das Seine hinüber. Jakob blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte aufzog. Als er sah, daß er ihn nicht bezwingen könne, schlug er ihm an seine Hüftpfanne, und Jakobs Hüftpfanne verrenkte sich, als er mit ihm rang. Da sprach er: Laß mich, denn die Morgenröte ist aufgezogen! Er aber sprach: Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich. Da sprach er zu ihm: Was ist dein Name? Er sprach: Jakob. Er sprach: Nicht Jakob werde weiterhin dein Name gerufen, sondern Israel; denn mit Gott undmit Menschen hast du gestritten und bist Sieger geblieben. Da fragte Jakob, er sprach: Gib mir doch deinen Namen kund. Er aber sprach: Warum denn fragst du nach meinem Namen? Und er segnete ihn dort. Jakob rief den Namen des Orts: Peniel; denn ich habe Gott gesehen, von Angesicht zu Angesicht und doch ward mein Leben gerettet. Die Sonne strahlte ihm auf, als er an Peniel vorüberzog; er aber hinkte an seiner Hüfte. Darum essen die Söhne Israels bis auf den heutigen Tag den Hüftnerv nicht, der auf der Hüftpfanne liegt. Denn an Jakobs Hüftpfanne, an den Hüftnerv, hat er geschlagen. Als Jakob seine Augen hob, da sah er: Esau kam und mit ihm vierhundert Mann. Da verteilte er die Kinder auf Lea, auf Rahel und auf die beiden Mägde. Er stellte die Mägde mit ihren Kindern voran, Lea und ihre Kinder dahinter, Rahel und Josef zuletzt. Er selber ging vor ihnen her. Er warf sich siebenmal zur Erde nieder, bis er nahe an seinen Bruder herangekommen war. Esau aber lief ihm entgegen. Er umarmte ihn, fiel ihm um den Hals und küßte ihn. Und sie weinten. Dann erhob er seine Augen, sah die Frauen und die Kinder und sprach: Wer sind denn diese bei dir? Er sprach: Die Kinder sind es, die Gott deinem Knecht gnädig geschenkt hat. Die Mägde und ihre Kinder, traten herzu, und sie verneigten sich. 7Auch Lea mit ihren Kindern trat herzu, und sie verneigten sich. Danach trat Josef herzu und Rahel, und sie verneigten sich. Er aber sprach: Was hast du mit diesem ganzen Auftrieb vor, auf den ich gestoßen bin? Er sprach: Gnade zu finden in den Augen meines Herrn. Da sprach Esau: Ich habe genug, mein Bruder. Behalte, was dein ist. Jakob sprach: Nicht doch! Wenn ich nur Gnade gefunden habe in deinen Augen, dann nimm mein Geschenk aus meiner Hand an. Dein Angesicht ist mir erschienen wie Gottes Angesicht erscheint, und du warst mir freundlich gesonnen. Nimm doch meine Segensgabe an, die dir gebracht worden ist. Denn Gott ist mir gnädig gewesen, ich habe von allem genug. So nötigte er ihn, und er nahm an.
Genesis 32,23 - 33,11


Welcher Engel wird uns sagen
Wilhelm Willms

Welcher Engel wird uns sagen
dass das Leben weitergeht?
Welcher Engel wird wohl kommen,
der den Stein vom Wege hebt?.

Welcher Engel wird uns zeigen,
wie das Leben zu bestehn?
Welcher Engel schenkt uns Augen,
die im Keim die Frucht schon sehn?

Welcher Engel öffnet Ohren,
die Geheimnisse verstehn?
Welcher Engel leiht uns Flügel,
unsern Himmel einzusehn?

Wirst du für mich,
werd ich für dich
der Engel sein?

Am 21. Januar 2004 geht es um den Profeten Elija, dessen Gottesbegegnung am Berg Horeb zum Urbild vieler Gottsuchenden geworden ist.

Elija am Horeb

1 Ahab erzählte Isebel alles, was Elija getan, auch dass er alle Propheten mit dem Schwert getötet habe.
2 Sie schickte einen Boten zu Elija und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das antun, wenn ich morgen um diese Zeit dein Leben nicht dem Leben eines jeden von ihnen gleich mache.
3 Elija geriet in Angst, machte sich auf und ging weg, um sein Leben zu retten. Er kam nach Beerscheba in Juda und ließ dort seinen Diener zurück.
4 Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter.
5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!
6 Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin.
7 Doch der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.
8 Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb.
9 Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn: Was willst du hier, Elija?
10 Er sagte: Mit leidenschaftlichem Eifer bin ich für den Herrn, den Gott der Heere, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben. Ich allein bin übrig geblieben und nun trachten sie auch mir nach dem Leben.
11 Der Herr antwortete: Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben.
12 Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln.
13 Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.

Leidenschaftlich
Andrea Schwarz

Auf der Suche
nach dir,

vierzig Tage
und vierzig Nächte

und dann

zerreißen Träume
im Sturm

zerbrechen Bilder
im Beben

verbrennen Hoffnungen
im Feuer

erst jetzt
ist zarte Berührung
möglich.

wächst leise
eine sanfte Kraft

und kann
dich finden

in mir

Neue Aufträge

14 Da vernahm er eine Stimme, die ihm zurief: Was willst du hier, Elija? Er antwortete: Mit Leidenschaft bin ich für den Herrn, den Gott der Heere, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben. Ich allein bin übrig geblieben und nun trachten sie auch mir nach dem Leben.
15 Der Herr antwortete ihm: Geh deinen Weg durch die Wüste zurück und begib dich nach Damaskus! Bist du dort angekommen, salbe Hasaël zum König über Aram!
16 Jehu, den Sohn Nimschis, sollst du zum König von Israel salben und Elischa, den Sohn Schafats aus Abel-Mehola, salbe zum Propheten an deiner Stelle.
17 So wird es geschehen: Wer dem Schwert Hasaëls entrinnt, den wird Jehu töten. Und wer dem Schwert Jehus entrinnt, den wird Elischa töten.
18 Ich werde in Israel siebentausend übrig lassen, alle, deren Knie sich vor dem Baal nicht gebeugt und deren Mund ihn nicht geküsst hat.

1 Kön 19,1-18

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